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Nihon Shoki und Kojiki – die ältesten historischen Aufzeichnungen Japans 👹🍣🎎 Mein Japan

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Von so einigen großen Zivilisationen ist außer einigen Überlieferungen und Legenden so gut wie gar nichts geblieben, von anderen zeugen wenigstens noch ein paar Steine und Ruinen. Die Geschichten, die wir uns von vergangenen Epochen erzählen, halten zumindest einen Teil dieser Zeiten lebendig, auch wenn man am Ende Wahrheit und Fiktion nur noch schwer auseinander halten kann. Auch Japan macht da keine Ausnahme, obwohl es natürlich auch im Land der aufgehenden Sonne historische Aufzeichnungen gibt.

Die ältesten schriftlichen Zeugnisse Japans sind das Kojiki ((古事記,) und das Nihon Shoki (日本書紀), zwei Werke welche während der Nara-Zeit im Auftrag des kaiserlichen Hofes verfasst wurden.

Diese Aufzeichnungen enthalten eine Mischung aus Mythen, Genealogien und frühen historischen Berichten, wobei der Wahrheitsgehalt stark von politischen und religiösen Interessen geprägt ist. Während die mythologischen Abschnitte symbolisch und kultisch zu verstehen sind, bieten die späteren Teile zwar historische Hinweise, sind jedoch oft mit legendären Elementen durchsetzt. Insgesamt gelten diese Texte weniger als objektive Geschichtsschreibung, sondern vielmehr als ideologisch gefärbte Konstruktionen zur Legitimation der kaiserlichen Linie und zur Festigung zentraler Machtstrukturen.


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Porträt von Ō no Yasumaro von Kikuchi Yōsai (19. Jahrhundert)



Das Kojiki („Aufzeichnung alter Geschehnisse“) wurde im Jahr 712 n. Chr. unter der Federführung von Ō no Yasumaro zusammengestellt und gilt als das älteste erhaltene Geschichtswerk Japans. Es vereint Mythologie, Genealogie und frühe Herrscherlegenden und diente vor allem der Legitimation des kaiserlichen Hauses, dessen Abstammung auf die Sonnengöttin Amaterasu zurückgeführt wird. Der Text ist sprachlich hybrid – geschrieben in klassischem Chinesisch, aber mit Lautwerten, die das Altjapanische durchschimmern lassen.

Das Nihon Shoki („Chronik Japans“) wurde 720 n. Chr. unter Kaiserin Genshō vollendet und ist das zweite große Geschichtswerk und deutlich systematischer aufgebaut. Es umfasst dreißig Kapitel und integriert chinesische und koreanische Quellen, und stellt dadurch Japans Geschichte in einen internationalen Kontext. Während das Kojiki stärker mythologisch geprägt ist, verfolgt das Nihon Shoki einen offiziellen, historiografischen Anspruch – und wurde daher lange als Grundlage für politische und religiöse Legitimation verwendet.

Beide Werke bilden das Fundament der japanischen Geschichtsschreibung und sind zugleich Schlüsseltexte des Shintō, der ureigenen japanischen Religion, da sie die Götterwelt (kami) und auch die kosmologische Ordnung des frühen Japan beschreiben.

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Seite aus der ältesten Abschrift des Nihon Shoki

Bis heute sind Originalausgaben und frühe Manuskripte des Kojiki und Nihon Shoki in einigen japanischen Archiven und Museen erhalten geblieben. Eine der ältesten bekannten Abschriften des Nihon Shoki stammt aus der Heian-Zeit (9. Jahrhundert) und wird als Nationalschatz behandelt.

Vom Kojiki existiert unter anderem ein Manuskript, welches auf die Jahre 1371–1372 datiert ist. Diese älteste erhaltene vollständige Abschrift stammt aus einem buddhistischen Tempel in Nagoya und wird oft als Referenz für wissenschaftliche Ausgaben verwendet.


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Seite aus dem Shinpukuji-Manuskript des Kojiki

Die Nationalbibliothek in Tokio besitzt zudem mehrere historische Ausgaben beider Werke, darunter kommentierte Fassungen aus der Edo-Zeit. Und auch das Nationalmuseum Tokio zeigt gelegentlich Faksimiles oder Originalseiten in Sonderausstellungen zur japanischen Literaturgeschichte.

Ich selber werde leider nie in der Lage sein, diese historische Schriftwerke selber lesen zu können, wobei ich damit selbst hier in Japan nicht allein bin. Wie gesagt, dass Nihon Shoki wurde überwiegend in altem Chinesisch geschrieben und auch das Kojiki wurde in einem Japanisch verfasst, dass die meisten Bewohner des Landes der aufgehenden Sonne heute nicht mehr lesen können. Aber für alle Interessierte gibt es Übersetzungen, Interpretationen und Kommentare und in Zeiten von immer weiter optimierter künstlicher Intelligenz wird es demnächst wohl noch weitere Möglichkeiten geben, den Inhalt dieser wahrscheinlich sehr interessanten und faszinierenden Schriften zu verstehen.

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