Nein, heute geht es nicht um Elefanten, denn davon gibt es in Tokio und auch im Rest von Japan außer im Tierpark leider keine zu entdecken. Stattdessen geht es auch heute mal wieder zu einem Tempel, welchen ich bei meinem letzten Besuch in der japanischen Hauptstadt entdeckt hatte.
Wir waren im Stadtbezirk Koto unterwegs, ganz in der Nähe der Station Monzen-Nakacho und hatten und gerade den Tomioka Schrein angeschaut. Unser nächstes Ziel war der für seine Feuerpredigten berühmte Fukagawa-Fudō-dō Tempel, und dabei kamen wir an dieser Elefantenstatue vorbei.
Tatsächlich gab es in Tokio früher, genauer genommen in der Edo-Zeit tatsächlich einmal einen Elefanten. Dieser war im 18. Jahrhundert ein Geschenk von einem vietnamesichen Königshaus, und ist über Nagasaki ins Land gekommen. Auf seinem Weg soll er auch hier in Koto vorbeigekommen sein, worauf heute noch diese kleine aber feine Statue verweist. Ich nehme mal an, dass muss ein ganz besonderer Anblick gewesen sein, als dieser majestätische Dickhäuter durch die engen Straßen von Edo geführt wurde.
Aber die Geschichte mit dem Elefanten dient nur als Einleitung, denn meine Aufmerksamkeit wurde von hier auf die andere Seite der Straße gelenkt, wo man einen kleinen Tempel sehen kann.
An einer Straßenecke befindet sich der Eitai-ji Tempel (大栄山 金剛神院 永代寺), welcher ursprünglich im Jahr 1624 auf der damaligen Insel Eitai gegründet wurde, und der eng mit dem benachbarten Shintō-Schrein Tomioka Hachimangū verbunden ist. In der Edo-Zeit zählte Eitai-ji zu den sechs großen Jizō-Stätten der Stadt und dadurch eines der Zentrem religiöser Aktivitäten.
Im Zuge der Meiji-Restauration wurde der Tempel durch die staatlich verordnete Trennung von Shintō und Buddhismus (Shinbutsu bunri) aufgelöst. Die heutige Anlage geht auf eine Wiedergründung im Jahr 1896 zurück, als das ehemalige Nebentempelgebäude „Kisshō-in“ den Namen Eitai-ji übernahm und die Tradition des ursprünglichen Tempels fortführte. Der Tempel trägt den vollen Namen „Daieisan Kongōshin’in Eitaiji“ und ist heute die 68. Station der Pilgerroute „Gofunai Hachijūhakkasho“ in Tokio. Die Hauptverehrung gilt dem Gott Kangiten (歓喜天), einem der vielen Glücks- und Weisheitsgötter.
Die Tempelanlage ist recht kompakt, und besteht eigentlich nur aus dem kleinen Hauptgebäude. Aber vielleicht ist es gerade diese Aufgeräumtheit, die seinen Charme ausmacht, und mich hier hat stoppen lasen.
Und auch hier im Tempel kann man eine Referenz an den vietnamischen Elefanten aus der Edozeit finden. Dieser Koro, ein Räuchergefäß‑Kessel, ist in Elefantenform gestaltet und ein subtitel Verweis auf eine ganz besondere Episode, die sich hier früher einmal abgespielt hatte.
Auf dem Koro befinden sich sogar zwei kleine Elefantenköpfe, einer links und einer rechts. Viele Besucher stecken vor dem Predigen kleine Räucherstäbchen hinein, wobei der Rauch als reinigend und schützend angesehen wird. Oft fächelt man sich den Rauch auch noch symbolisch über den Kopf oder über schmerzende Körperstellen, da er angeblich Glück und Heilung bringen soll.
Ich hatte zwar nur sehr wenig Zeit, mich hier umzusehen, da mein kleines Team bereit weitergezogen war. Aber trotzdem war mein Abstecher in der Eitai-ji Tempel ein charmanter, kleiner Stopp, von dem ich wie immer ein paar Bilder mitgebracht habe. Und dank dieser gibt es heute diesen kleinen Blogbeitrag, der mit wie immer hilft, meine Erinnerungen an all das Erlebte frisch zu halten. Und dabei jedes Mal auch ein kleines Lächeln in mein Gesicht zaubert...
