
Ein Spaten ist ein Spaten, könnte man meinen – bis man ihn zum ersten Mal in der Hand hält, richtig ansetzen soll und merkt, dass „einfach reinstechen" gar nicht so einfach ist. Genau an diesem Punkt setzt bei uns die Werkzeugkunde an, egal ob in der Berufsvorbereitung oder in der eigentlichen Ausbildung.
Werkzeugkunde begegnet unseren Teilnehmenden an zwei verschiedenen Stellen: schon während der [[BVB und BVB-Reha|BVB-Reha]], wenn im Rahmen der berufsspezifischen Qualifizierung ein erster praktischer Eindruck vom GaLaBau vermittelt wird, und dann noch einmal vertieft zu Beginn der [[Reha-Ausbildung (Gartenwerker-Wiki)|Reha-Ausbildung]] selbst, wo der fachpraktische Unterricht direkt startet. Der Unterschied ist vor allem die Tiefe: In der BVB-Reha geht es um einen ersten Eindruck, um herauszufinden, ob der Beruf überhaupt passt. In der Ausbildung wird daraus verbindliches Grundlagenwissen, das über die gesamte Ausbildungszeit gebraucht wird.
In beiden Fällen gilt: Bevor irgendetwas gebaut, gepflanzt oder gepflastert wird, muss das Handwerkszeug dafür sitzen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Bei uns beginnt die Werkzeugkunde mit den Werkzeugen, die im Ausbildungsalltag am häufigsten in der Hand landen:
Grabewerkzeuge – Spaten, Spatenschaufel, Grabegabel
Bearbeitungswerkzeuge – Kreuzhacke, Harke/Rechen, Schaufel
Schneidwerkzeuge – Gartenschere, Astschere, Handsäge
Mess- und Richtwerkzeuge – Zollstock, Wasserwaage, Schlauchwaage, Richtscheit, Maurerschnur
Diese Auswahl ist bewusst überschaubar gehalten. Motorisierte Geräte wie Freischneider, Rasenmäher oder Rüttelplatte kommen erst später dazu, wenn die Grundlagen sitzen und die entsprechenden Sicherheitsunterweisungen erfolgt sind.
Jedes Werkzeug wird bei uns nach demselben festen Schema eingeführt, damit sich ein wiederkehrendes Muster einprägt:
Name und Aufbau – wie heißt das Werkzeug, aus welchen Teilen besteht es (z. B. Blatt, Stiel, Tülle beim Spaten)
Einsatzzweck – wofür ist es gedacht, wofür ausdrücklich nicht
Richtige Handhabung – Körperhaltung, Greiftechnik, Krafteinsatz
Pflege und Wartung – reinigen, trocken lagern, bei Bedarf schärfen oder ölen
Sicherheitsaspekte – welche persönliche Schutzausrüstung gehört dazu, welche typischen Verletzungsrisiken gibt es
Dieses feste Schema wiederholt sich bei jedem neuen Werkzeug – die Wiederholung der Struktur ist dabei fast so wichtig wie der Inhalt selbst.
Anders als in vielen Regelausbildungen nehmen wir uns für die Werkzeugkunde bewusst mehr Zeit. Das hat mehrere Gründe:
Individuelles Lerntempo – je nach Förderbedarf braucht ein Werkzeug einmal fünf Minuten Erklärung, ein anderes Mal eine ganze Unterrichtseinheit mit mehrfacher Wiederholung
Mehrere Zugänge kombinieren – wir erklären nicht nur verbal, sondern zeigen, lassen anfassen und selbst ausprobieren, oft ergänzt durch Bildkarten oder einfache Skizzen
Sicherheit geht vor Tempo – gerade bei Teilnehmenden mit gesundheitlichen Einschränkungen muss der sichere Umgang mit auch vermeintlich „harmlosen" Werkzeugen wie Spaten oder Harke zuverlässig sitzen, bevor es weitergeht
Frühe Erfolgserlebnisse – die Werkzeugkunde ist oft der erste Punkt im Ausbildungsalltag, an dem Teilnehmende direkt merken: „Das kann ich schon." Das trägt spürbar zur Motivation für die folgenden, anspruchsvolleren Inhalte bei
Auch hier gilt dieselbe Regel wie bei allem, was ich über meine Arbeit schreibe: Ich berichte über Verfahren und Abläufe, nicht über einzelne Teilnehmende. Keine Namen, keine erkennbaren Details – das bleibt hier draußen.
Wer tiefer einsteigen möchte: Im Gartenwerker-Wiki gibt es einen ausführlichen Artikel zur Werkzeugkunde – mit Fachbegriffen rund um den Werkzeugaufbau, dem kompletten Katalog der Grundwerkzeuge sowie Details zu Pflege und Sicherheit.
Werkzeugkunde wirkt auf den ersten Blick wie eine reine Formsache – ein paar Namen, ein paar Handgriffe. Tatsächlich ist sie in der BVB-Reha und in der Reha-Ausbildung einer der wichtigsten ersten Bausteine überhaupt: Sie schafft Sicherheit im Umgang mit dem Werkzeug, ein gemeinsames Vokabular für den weiteren Unterricht – und für viele Teilnehmende das erste kleine „Das kann ich" im neuen Berufsfeld.
Dieser Artikel wurde von Gartenwerker erstellt. Danke fürs Lesen!
Servus,
Jetzt hab ich gesehehn warum ich dich nicht mehr sah:
#deutsch fehlt, ....
da stellt sich mir die Frage, warum #german wenn du nicht in englisch schreibst?
lg 🤠