Manchmal frage ich mich, wie viele Kilometer wir gefahren sind, ohne sie je zu zählen. Nicht auf dem Tacho, sondern in uns. Entstanden in Momenten, in denen wir ankommen, den Motor ausmachen und wissen: Hier passt es.
Seit über fünf Jahren begleitet uns unser Clever Runner. Bestellt im September 2019, geliefert im Dezember 2020. Heute, im Januar 2026, stehen rund 40.000 Kilometer auf dem Zähler – voller kleiner Fluchten, Umwege und stiller Abende.
Und ja: Zahlen gehören dazu. Aber sie erzählen nicht alles.

Bild @vanje
Clevervans Runner auf Citroen Jumber Basis Baujahr 2020
| Motor & Technik | Maße | Gewicht |
|---|---|---|
| 2.2L BlueHDi Turbodiesel | Länge: 6,36 m | Leergewicht: ca. 3.150 kg |
| 168 PS / 125 kW | Breite: 2,05 m | Zuladung: ca. 350 kg |
| Verbrauch: 8,6 l / 100 km | Höhe: 2,86 m |
Nicht kompakt. Nicht wendig wie ein Kleinbus. Aber: stabil, verlässlich – und unser Zuhause auf Rädern.
Über die Jahre ist aus Technik etwas Vertrautes geworden. Solar, Batterien, Heizung, Wasser, Navigation – irgendwann denkt man nicht mehr darüber nach. Alles greift ineinander. Alles muss funktionieren, damit Freiheit nicht zur Belastung wird.
Booster von Schaudt, Solartechnik von Votronic, Dometic-Küche, Truma-Heizung, Alden-Sat, Kenwood-Navi – solide Begleiter, die uns bisher selten im Stich gelassen haben.
Gerade beim Thema Energie merkt man, wie sehr sich das mobile Reisen verändert hat. Moderne Camper sind kleine Kraftwerke. Im Vergleich zu früher: ein echter Quantensprung.
Natürlich blieb nicht alles problemlos.
| Fahrzeug | Ausbau |
|---|---|
| Reifen - fehlende Schneeflocke | Undichte Dachluke - erneuert |
| Starterbatterie - erneuert | Wasserpumpe - erneuert |
| Radsensoren - Reifendruckkontrolle | Wasserhahn Spüle - erneuert |
| Einspritzdüse / AdBlue - undicht | Toilettenversorgung - Schlauchbruch (Aufwendig) |
| Regelmäßige Wartung | 3 gerissene Ausstellfenster (Materialfehler) |
| Austausch der Aufbaubatterien |
Vieles lief über Garantie. Dafür bin ich dankbar. Reparaturen unterwegs hatte ich keine. Ich kenne das von früher, sie sind selten romantisch – meist nervig, zeitintensiv und teuer.
Über fünf Jahre summiert sich einiges:
Nicht billig. Freiheit hat ihren Preis – und der steht selten auf dem Kaufvertrag.
Das Fahrverhalten ist stabil, auch bei Seitenwind.
Der Geräuschpegel könnte leiser sein.
Auch der Möbelbau ist solide. Nichts klappert, nichts knirscht. Selbst nach all den Jahren wirkt vieles noch erstaunlich stabil.
Das integrierte Navi arbeitet zuverlässig mit Fahrzeugprofil – aber bei Sonne ist der 7 Zoll Bildschirm schwer lesbar. Apple CarPlay bietet oft schönere Routen, kennt aber keine Höhen- oder Gewichtsbeschränkungen.
Ein Kompromiss. Wie so vieles unterwegs.
Mein Abo für die Navi-Software lief letzten Dezember aus. Ich nutze das jetzt als Anlass und rüste auf ein größeres Display um. (Mein aktuelles Interesse liegt beim Pioneer SPH-EVO107DAB. Falls du ein Tipp hast, schreib mir gerne ein Kommentar)
Der Innenraum ist für zwei Personen ideal. Die Längsbetten waren für mich entscheidend – und sind es bis heute. Der Preis dafür: Mit 6,40 m plus Fahrradträger wird man wählerisch bei Parkplätzen. Spontan in der Stadt übernachten? Selten. Meistens sind es Stellplätze oder seltener Campingplätze.
Kosten:
Manchmal sind die kostenlosen Plätze sogar besser ausgestattet. Ironie des Reisens.
Ab 18 nutzte ich jede Gelegenheit, mit meinem selbst ausgebauten 72er VW-Bus 150.000 km durch Europa zu fahren. Es war billiger. Einfacher. Unabhängiger von Werkstätten. Aber auch: weniger Komfort, kaum Autarkie, ständig leere Batterien – vor allem dann, wenn ich wieder Musik „für alle“ machte. Heute ist vieles technisch besser. Stabiler. Verlässlicher. Und doch auch: komplizierter.

Mein erster Camper. Ein alter Postbus, selbst ausgebaut, frisch lackiert, Alpine Sound und voller Möglichkeiten. Hier begann meine erste echte Freiheit auf Rädern.
Bild @vanje
Fernsehen im Camper? Brauche ich kaum noch. Blick aus dem Fenster reicht meist.
Ganz klar: Ja.
Ich bin viel geflogen. War oft in Hotels. Habe Pauschalreisen erlebt.
Aber nichts fühlt sich so frei an wie:
Anhalten. Bleiben. Weiterfahren. Ohne Zeitplan.
Ich erinnere mich an einen Flug, den ich verpasste, weil ich vier Stunden im Stau stand.
Fünf Minuten zu spät am Check-in.
Flug weg. Geld weg. Stress.
Der Camper wartet.
Immer.
Und vielleicht ist das am Ende der größte Luxus:
Nicht pünktlich sein zu müssen – sondern bei sich. 🙂
#freiheitimkopf #unterwegszuhaus #lebenswege #erinnerungen #zeitreise #meinweg
Haben wir auch so erlebt, ein besonderes Freiheitsgefühl. Aber man hat mit den im Vergleich zu Hotels kleineren Raum und Komfort zu leben. Klar, gibt auch große Wohnmobile aber die sind wiederum schwieriger vom Manövrieren und passende Plätze finden. Höhere Spritkosten.
Hat alles seine Vor- und Nachteile.
Für mich stellte sich damals vor allem die Frage, wie ich meine Hobbys integriere: Wandern, Mountainbiken – und auch die Erkenntnis, dass mir nicht jeder Ort gefällt, selbst wenn er im Prospekt noch so schön aussieht.
Ursprünglich hatte ich ein größeres Fahrzeug im Blick. 2019 war ich auf dem Caravan Salon und wollte eigentlich dort kaufen. Der Verkäufer war extrem überzeugt von seinem Modell – vielleicht sogar ein bisschen zu sehr.
Wir sind dann weiter durch die Hallen geschlendert und plötzlich stand da ein Kastenwagen, der mich sofort angesprochen hat. Leider mit schlechtem Servicenetz in Deutschland – aber genau das war für mich der Weckruf: weg vom „immer größer“, hin zum Kompakteren.
Heute merke ich immer mehr: Ich neige eher zu „kleiner“.
Ich sehe das wie du, Camping/Caravan hat was mit Reduktion auf das wesentliche zu tun. Dieses immer größer gefällt mir nicht. Dann kann man gleich ein fahrbares Haus nehmen. Oder ne Hotemsuite mit Jacuzzi.
Ein richtig starker Bericht ruhig, ehrlich und angenehm unaufgeregt.
Man merkt, dass hier nicht der Camper im Mittelpunkt steht, sondern das, was er über Jahre ermöglicht hat: Ankommen, bleiben, weiterziehen ohne Druck. Die Mischung aus Zahlen, Erfahrungen und Rückblick ist genau richtig, nichts wirkt geschönt oder dramatisiert.
Besonders hängen geblieben ist für mich der Gedanke, dass moderne Camper kleine Kraftwerke sind Freiheit funktioniert heute nur noch mit einem stabilen System dahinter. Und der Vergleich mit früher zeigt das sehr schön, ohne Nostalgie zu verklären.
Der letzte Satz trifft es dann perfekt: Nicht pünktlich sein zu müssen, sondern bei sich. Genau dafür machen wir das. Danke fürs Teilen dieser Langzeiterfahrung. 🚐
Vielen Dank dir für diese Rückmeldung – die freut mich wirklich sehr.
Genau das war mir wichtig: nicht das Fahrzeug in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das, was dadurch möglich wird. Dieses Ankommen, Bleiben, Weiterziehen – ohne inneren Druck.
Der Gedanke mit dem „kleinen Kraftwerk“ begleitet mich selbst oft. Freiheit wirkt nach außen leicht, braucht im Hintergrund aber erstaunlich viel Stabilität.
Und ja, der Vergleich mit früher ist für mich weniger Nostalgie als Dankbarkeit für beide Zeiten.
Schön, dass du dich darin wiedergefunden hast. 🚐🙂